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EINSAMKEIT IST DIE SEHNSUCHT NACH VERBUNDENHEIT MIT ANDEREN MENSCHEN

Wie ein durch nichts zu stillender Hunger, so kann sich Einsamkeit anfühlen. Ein Hunger, der entsteht, wenn unser Grundbedürfnis nach einer Verbundenheit mit anderen Menschen nicht erfüllt wird.

Lissa eine 45-jährige Frau, verheiratet und 2 Kinder, fühlt sich seit geraumer Zeit einsam. Sie saß eines Tages bei mir im Coaching und sagte: „Ich bin so traurig und spüre immer wieder ein drückendes Gefühl im Brustraum, es zieht sich alles in mir zusammen. Ich möchte losweinen und fühle mich unendlich einsam.“ Auf die Frage, wie lange sie dieses Gefühl schon habe, antwortete sie: „Schon sehr lange, doch wollte ich es mir nicht eingestehen. „Ich schäme mich sogar für dieses Gefühl, denn schließlich habe ich doch alles in meinem Leben.“

Vielen meiner Klientinnen – aus meiner Coaching-Praxis in Ludwigsburg – geht es ähnlich, trotz eines scheinbar erfüllten Lebens empfinden sie immer wieder diese Einsamkeit und jede einzelne Klientin kann es sich nur schwer eingestehen.

DIESE SYMPTOME FORDERN DICH ZUM HANDELN AUF

Einige Menschen lenken sich ihr Leben lang ab, indem sie ganz viele Unternehmungen starten, in ihrer Freizeit viel Sport betreiben, viel shoppen gehen und eine ganze Reihe von oberflächlichen Beziehungen führen. Häufig trinken sie übermäßig viel Alkohol oder betäuben sich eine Zeit lang mit Schmerzmittel, diese lassen sie hin und wieder auch besser schlafen.

Erst wenn es zu einer lebenseinschneidenden Erfahrung kommt, z. B. einem Todesfall eines nahestehenden Menschen, einer Scheidung oder Trennung von einem Partner oder beim Auszug der Kinder, kann der Schmerz und der Kummer so tief sein, dass sich das „oberflächliche“ Leben plötzlich verändert.

Gerade Menschen, die „scheinbar“ ein perfektes Leben führen, können sich diese Art der Gefühle noch schwerer eingestehen. Sie überdecken unangenehme Gefühle sehr lange – durch übertrieben viel Sport, extremes Shopping usw.

Egal welche unangenehmen Gefühle über längere Zeit verdeckt und unterdrück werden, früher oder später werden sich körperliche Symptome zeigen. Die „seelischen“ Schmerzen zeigen sich im Außen.

Typische Symptome könnten sein:

  • Magenschmerzen
  • Brustschmerzen verbunden mit dem Gefühl ein Herzinfarkt kündigt sich an
  • Schlafstörungen
  • häufiges Grübeln
  • Freudlosigkeit
  • depressive Verstimmungen
  • Bluthochdruck
  • Schulterschmerzen und Nackenverspannungen
  • anhaltendes mangelndes Selbstwertgefühl
  • Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme

und vieles anderes mehr.

DIESE 7 MÖGLICHKEITEN HELFEN DIR, DEIN LEBEN ZU VERBESSERN:

1. ÜBERWINDUNG DER SCHAM BEDEUTET DIE CHANCE AUF TIEFE, ERFÜLLENDE LIEBE UND FREUNDSCHAFTEN ZU ANDEREN MENSCHEN

Wenn wir uns anderen Menschen zugehörig fühlen möchten und Mitgefühl erfahren wollen, ist es wichtig, sich auch verletzlich zu zeigen. Wir haben häufig Angst vor Ausgrenzung, dass wir nicht den Idealen und den Erwartungen der anderen entsprechen. Das nennt sich Scham. Leben wir mit dieser Scham, wird sie uns permanent weiß machen, dass wir nicht liebenswert sind.  So halten wir uns selbst davon ab uns verletzlich zu zeigen und bauen unsere Schutzschilder auf.

Das erste Mal gestand sich Lissa dieses unangenehme Gefühl der Einsamkeit vor ihrem Geburtstag im letzten Jahr ein, der einige Wochen vor Weihnachten ist. Im Coaching zeigte sich, dass es wohl damit zusammenhing, dass ihre Eltern kurz hintereinander verstorben waren und sich die Einsamkeit auf die Trauer bezog, die sie empfand. Für Lissa bedeutete das, dass sie sowohl ihren Geburtstag als auch das anstehendende Weihnachtsfest ganz anderes, neu kreierte. Ganz nach ihren Vorstellungen und Wünschen, ohne Rücksicht auf die Erwartungen ihrer Eltern nehmen zu müssen.

Ihr erster Schritt zur Heilung war getan! Sie gestand sich das Gefühl ein und überwand ihre Scham, in dem sie sich mir gegenüber öffnete.

Doch konnte Sie jetzt auch schon die Einsamkeit loslassen ?

2. ENTDECKE DEN URSPRUNG DER ENTSTEHUNG DEINER EINSAMKEIT

Ein anderes Mal kam Lissa in meine Coachingpraxis nach Ludwigsburg, mit dem Thema, dass ihr Ehmann sich an den Wochenenden weniger Aktionen wünsche. Denn Lissa sorgte dafür, dass jedes Wochenende durch Treffen mit Freunden verplant wurde. Als wir diesem auf den Grund gingen, fanden wir – natürlich methodisch gestützt – heraus, dass Lissa sehr ländlich aufwuchs und die Wochenenden fast ausschließlich mit ihren Eltern Zuhause verbrachte. Sie empfand neben der extremen Langenweile vor allem auch Einsamkeit. Das war im Heute der Grund für die vielen Aktionen an den Wochenenden und ihrer fürchterlichen Angst vor der Einsamkeit, die sich nun zeigte.

Wenn der Ursprung erst einmal aufgedeckt ist, kann das erlebte verarbeitet werden und somit wird sich die aktuelle Situation verbessern. Jetzt liegt es an Lissa herauszufinden, ob sie die Wochenenden mit ihrem Mann und den fast erwachsenen Kindern allein als angenehm empfindet.

3. SELBSTWERTGEFÜHL UND EINE GUTE BINDUNG ZU ANDEREN MENSCHEN

Wenn unser Selbstwertgefühl nicht bei jeder Interaktion auf dem Spiel steht, können wir uns wirklich zeigen, wie wir sind. Das gelingt, wenn wir unsere eigene Geschichte mit all ihren Facetten annehmen und immer mehr und mehr authentisch leben. Dazu gehören die ganzen Risse, Schrammen und unsere Unzulänglichkeiten und deren Akzeptanz. Die innere Freiheit ist die Grundvoraussetzung von wirklich engen Bindungen.

Erst wenn es uns gelingt, in uns selbst eine Heimat zu finden, kann eine tiefe Verbundenheit mit anderen entstehen. Dann muss auch die Nähe nicht ständig bewiesen und im außen gelebt werden, ohne Abhängigkeit und ohne Manipulation. Wer Zugehörigkeit erfahren will, muss daran glauben, dass er sich auch verdient.

4. FOKUSSIERE DICH AUF DEINE STÄRKEN

Wenn wir uns selbst schätzen und wohlfühlen, werden wir die Ausdauer und die Veränderungsbereitschaft aufbringen, die wir brauchen, um unsere ganz persönlichen Ziele zu erreichen. Das gelingt nicht, wenn wir ständig an unseren Fähigkeiten zweifeln und unsere Kräfte und unsere Aufmerksamkeit auf unsere Unsicherheiten fokussieren. Wenn wir spüren, wie unsere Selbstliebe und unser Vertrauen wachsen, werden wir erkennen, dass all unser Handeln auch etwas bringt. Die Bereitschaft steigt, bewältigbare Aufgaben anzugehen und zu lösen. Somit steigt auch die Zuversicht in unsere Fähigkeiten und wir werden mehr an unsere eigene Kraft zu glauben.

5. GEHE TIEFE ERFÜLLENDE BEZIEHUNGEN EIN

Jeder von uns fühlt sich im Laufe seines Lebens manchmal einsam, das ist normal. Nur wenn dieser Zustand andauert, dann wünschen wir uns eine Veränderung. Der Schmerz liegt oft nicht darin, dass wir so wenig Kontakte haben, sondern darin, dass in diesen etwas fehlt – wenn wir miteinander sprechen, aber uns nichts sagen, wenn wir von der Arbeit erschöpft sind und der Partner es nicht merkt. Einsamkeit kann vielerlei Auswirkungen haben.

Was jeder von uns braucht, sind tiefe, substanzielle und erfüllende Beziehungen und Begegnungen. Ja sie sind sogar lebensnotwendig. Einsamkeitsgefühle entstehen dann, wenn uns diese Beziehungen fehlen. Deshalb ist ein erster wichtiger Schritt solche Kontakte zu knüpfen und sich diesen Menschen zu öffnen.

6. VERLETZLICHKEIT ZEIGEN

Wenn wir uns anderen Menschen zugehörig fühlen möchten und Mitgefühl erfahren wollen, ist es wichtig sich auch verletzlich zu zeigen. Was uns häufig davon abhält ist die Angst vor Ausgrenzung, die Angst, dass etwas, was wir unterlassen oder getan haben, ein Ideal, dem wir nicht entsprochen, oder ein Ziel, dass wir nicht erreicht haben. Scham erzählt uns permanent, dass wir nicht liebenswert sind und auch nichts Liebenswertes an uns haben. Das drängt uns zu Strategien, die echte Beziehungen untergraben. So halten wir uns selbst davon ab, uns verletzlich zu zeigen und bauen unsere Schutzschilder auf.

7. MEDITATIONEN

Es gibt eine Reihe von Meditationen zu kaufen oder kostenlos im Internet, die Dir helfen Dich auf Dich zu fokussieren.

Hilfreiche Meditationsthemen sind hierfür:

  • Stärkung der Selbstliebe
  • Entspannung und Lebensfreude gewinnen
  • Vergebungsmeditationen
  • Dankbarkeitsmeditation
  • Loslassen Meditation
  • Einschlafmeditation

WENN LEBENSTHEMEN AUFBRECHEN, ZEIGT SICH OFTMALS, DASS AN DEM SPRUCH ETWAS DRAN IST:

„IN DER NOT ERKENNST DU ECHTE FREUNDE“

Eine Klientin von mir – ich nenne sie hier Gabi- trennte sich nach 20 Jahren Ehe von ihrem Mann. Doch plötzlich kann sie sich selbst überhaupt nicht mehr leiden. Dieser ganze Kummer und Schmerz, den sie empfindet macht sie zu einer schlechten Version ihrer selbst. Eine Version von sich selbst, die plötzlich keinen Platz mehr in ihrem großen Freundes- und Bekanntenkreis hat. Sie sagt: „Meine ganzen Bekannten sprechen nur von Erfolg, sind attraktiv und scheinen nur unbeschwert durchs Leben zu gehen. Es geht ihnen um Statussymbole. Es wird viel geurteilt und viel verglichen. Das fühlt sich gerade nicht mehr richtig für mich an. Ich glaube, da passe ich nicht mehr hinein…“. Sie und ihr Mann verbrachten sehr viel Zeit mit ihren Freunden, zum Beispiel beim Sport, sie gingen von Party zu Party und sprachen nur über die stressigen Jobs oder von sich selbst. „…doch nie wurde über tiefere Gefühle, Zweifel oder Ängste gesprochen“.

Doch jetzt, als Gabi in dieser tiefen Krise steckt, merkt sie, dass sie mit niemanden darüber reden kann. Im Zusammensein mit ihren Freunden fällt ihre Maske mehr und mehr ab. Es fällt ihr zunehmend schwer die „alte“ zu sein. „Eine schmerzhafte Erfahrung ist, dass ich merke, in meinem Umfeld haben meine unangenehmen Gefühle keinen Platz. Ich merke, dass ich mich irgendwie schon immer verstellt und oft nicht ganz wohlgefühlt habe, das ist echt heftig und auf der anderen Seite auch sehr befreiend.“

Ihr Schutzschild entstand bereits in ihrer Kindheit. Die Mutter meiner Klienten Gabi leidet seit ihrem 30. Lebensjahr unter einer chronischen Depression. Das hatte starke Auswirkungen auf das Familienleben. In vielen depressiven Phasen der Mutter beleidigte sie Gabi und den Vater. Alles drehte sich nur um das Wohlergehen der Mutter. Um nicht schon frühzeitig unter dieser schweren Situation zu leiden, wuchs in Gabi schon als Kind ein Schutzschild um ihr Herzen. Dieses Schutzschild nahm sie auch mit in ihre Ehe. Sie suchte sich unbewusst einen Mann, dem es überhaupt nicht wichtig war, über Gefühle zu reden. Auch er empfand die vielen Bekanntschaften, mit denen sie gemeinsam Sport trieben, ihre Urlaube teilten und nur über Erfolg und ihr attraktives Leben sprachen, als sehr entspannend.

WAS BRAUCHT ES NUN UM ECHTE BEZIEHUNGEN ZU FÜHREN?

Um wirklich in Beziehung zu treten und nicht einsam zu sein, braucht es eine gute Portion Selbstoffenbarung. Was ist das, was uns daran hindert, uns so zu zeigen, wie WIR sind? Liegt es daran, dass wir in einer Gesellschaft leben, die häufig auf Inszenierungen setzt, Perfektion als Maßstab legt und Schwäche missbilligt? Auch der Wunsch nach Autonomie, also dem Wunsch nach Unabhängigkeit, erschwert es uns, uns so zu zeigen, wie wir wirklich sind. Bislang führte auch noch der Punkt, zu wenig Zeit zu haben, dazu, sich dem Gefühl der Einsamkeit zu entziehen. Doch durch die aktuelle Situation haben die Menschen mehr Zeit ihre Gefühle wahrzunehmen und dazu gehört eben auch die Einsamkeit.

Wie gut wir also die Einsamkeit überwinden können, hängt unter anderem davon ab, wie sehr wir anderen vertrauen und uns ihnen gegenüber öffnen. Und natürlich hängt es auch von unserem Selbstvertrauen ab, davon, ob wir glauben, dass wir es wert sind, dass andere uns nah sind.

EMOTIONALE BETÄUBUNG ALS SCHUTZSCHILD

Wenn die Einsamkeit mit dem glauben einhergeht, dass wir es nicht verdient haben, enge Beziehungen einzugehen, erzeugt das einen Schmerz. Diesen Schmerz wollen viele unterdrücken. Sie setzten unterschiedliche Strategien dazu ein, wie übermäßige Arbeit, exzessiver Konsum von Alkohol, übertrieben viel Sport oder Essen, maßloser Gebrauch von Schmerztabletten oder Power-Shoppen. Diese Strategien überdecken zwar kurzfristig den Hunger nach Annahme und Liebe, doch stumpfen dabei Fähigkeiten ab, wie das Empfinden von Verbundenheit und Empathie mit anderen Menschen. Das liegt daran, dass wir nicht einige ausgewählte Emotionen betäuben können, sondern gleich alle auf einmal betäuben – also du unangenehmen und die angenehmen.

Es gibt noch weitere Schutzschilder wie Perfektionismus, Zynismus, Täter oder Opferdasein oder übermäßige Offenheit.

Den Einfluss solcher „Schutzschilder“ kann man selbst begrenzen, indem man sie immer wieder wahrnimmt und hinterfragt. Wer weiß, dass er dazu neigt, sich emotional zu betäuben, zum Beispiel mit übertrieben viel Sport, kann sich beim nächsten Impuls, losrennen zu wollen, stattdessen die Zeit nehmen, in sich hinein zu spüren. Jetzt kann man sich fragen, ob man gerade vor etwas wegrennen möchte.

FAZIT:

Einsamkeit ist vielen Psychologen zufolge nichts, das sich an der bloßen Anzahl von Kontakten messen lässt, sondern viel mehr ein subjektives Gefühl. Es ist ein Empfinden, ohne Verbindung zu anderen Menschen zu sein, sich niemandem anvertrauen zu können und keinen um eine praktische oder moralische Unterstützung bitten zu können. Das Gefühl mag einen allein Zuhause überkommen, im Beisein des Partners oder inmitten von Familienmitgliedern, egal wie, es ist heutzutage ein großes Problem.

Nimm Du Dich deiner unangenehmen Gefühle an, löse sie auf und öffne Dich gegenüber anderen Menschen.

Katrin Schiller
Coaching für ein glückliches Herz & eine gesunde Seele
Sinnfolger
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